Symptom-Aufstellungen

Was versteht man unter Symptom-Aufstellungen?

Neben Familien- & Systemaufstellungen gibt es auch die Aufstellungsarbeit mit Kranken. In der Arbeit mit Symptomaufstellungen- Aufstellungsarbeit mit Kranken schauen wir gezielt nach den in Familien wirkenden Dynamiken, die in Wechselwirkung mit Krankheiten stehen können, um so in eine Haltung zu kommen, die eine heilsame Wirkung entfalten kann.



Diese sogenannte Symptom-Aufstellung bietet dem Klienten neben seiner medizinischen Behandlung eine zusätzliche Möglichkeit, mit sich und seinem Körper in Kontakt zu kommen.  In einer Symptom-Aufstellung ist es oft hilfreich, einen Vertreter für die Krankheit (z.B. Neurodermitis), für ein Organ (z.B. Niere) oder ein Körperteil (z.B. Arm) des Klienten aufzustellen. Ein Symptom ist oft ein Lösungsversuch, ein Hinweis auf Loyalitäten, die uns einengen, auf Hinbewegungen zu wichtigen Menschen, die nicht vollzogen wurden, oder auf Sehnsüchte, denen wir nicht nachgehen können, und nicht zuletzt auch auf unbewusste Schuld oder Sühne, die wir aus Liebe übernommen haben. Das Symptom ist somit auch ein Freund, ein Unterstützer für persönliches Wachstum.

Einige Beispiele aus der Beratungs- & Aufstellungspraxis, dies sind lediglich Hinweise, die sich in vielen Aufstellungen gezeigt haben:

Symptome können Ausdruck sein von Leere, Verlust oder dem „nicht-Annehmen-können“ der Eltern oder eines Elternteils. Dies kann dann im Zusammenhang mit einer Depression stehen. Letzteres kann auch eine mögliche Ursache für Krebs sein. Bei Brustkrebs zeigt sich häufig, dass die Beziehung zur Mutter/zur Weiblichkeit sehr belastet ist, so dass die Tochter sich weigert, die Mutter in ihr Herz zu „nehmen“.

Bei Alkohol- und Drogensucht zeigt sich in Aufstellungen häufig das gleiche Phänomen mit dem Vater: das Kind kann den Vater nicht „nehmen“.

In zahlreichen Aufstellungen mit Fibromyalgie-Patientinnen begegnet man immer wieder der Wut als Grundgefühl.

Viele Angststörungen, aber auch Krankheiten wie Asthma, chronische Kopfschmerzen und auch Allergien können auf frühkindliche Trennungstraumata zurückgehen.
Eine von mehreren Erklärungsmöglichkeiten für Neurodermitis ist die Missachtung eines früheren Partners, der/die bisher nicht gewürdigt wurde.

Ist eine Heilung möglich?

Ein Symptom ist etwas Wichtiges, etwas Großes, das man mit Ehrfurcht anschauen sollte. Aufstellungen bringen nicht alles ans Licht: es gibt Ereignisse, Familiengeheimnisse, die nicht gesehen werden dürfen, und das muss respektiert und geachtet werden.

Oft ist die Aufstellungsarbeit der Beginn eines Prozesses und kann mit tiefer Arbeit an sich selbst einhergehen. Aufstellungen helfen dem Klienten einen seelischen Vollzug zu machen. In der Regel hat dies Auswirkungen auf die körperliche Heilung. Manchmal zieht das Symptom sich tatsächlich zurück, manchmal bleibt es auch: dann gilt es anzuerkennen, was ist, und sich vor dem Schicksal und dem Symptom zu verneigen.
Symptom-Aufstellungen ersetzen keine sorgfältige ärztliche, heilkundliche oder psychiatrische Betreuung, können diese jedoch gut unterstützen und ergänzen.

"Der höchste Grund der Arznei ist die Liebe."
Paracelsus

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DGfS Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen